Flüchtlingsproteste in Budapest

migrans soli hungary

Hier vor Ort realtiv unbeachtet, laufen seit einigen Wochen an den östlichen Außengrenzen der EU massive Flüchtlingsproteste. Wir wollen hier auf mit einem kleinen Übersichtsartikel auf die aktuellen Kämpfe in Ungarn hinweisen. Es gibt nun auch einen englischsprachigen Soliblog, der regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen informiert.

Flüchtlinge protestieren in Budapest

Budapest, 09.04.2013 – „Ungarn hat uns wertlose Papiere gegeben. Wir werden aus dem Lager geworfen. Wo sollen wir hingehen? Ich kann doch nicht mit den Kindern auf der Strasse leben.“ Die junge afghanische Frau ist verzweifelt aber auch wütend. Zweimal sind sie bereits im November letzten Jahres zum ungarischen Parlament gezogen, im Februar zogen sie dann vor die EU-Vertretung in Budapest. Mehr als 100 afghanische Flüchtlinge kamen, viele Alleinstehende vor allem aber ganze Familien, viele mit kleinen Kindern. Die Kinder riefen ungarische Slogans: „Gebt uns Wohnungen.“ Es sprechen auch Männer, aber dieser Protest ist stark von Frauen und Kindern bestimmt.

Es ist ein Protest für faire Integrationschancen. Hier protestieren Flüchtlinge, denen Ungarn bereits einen Schutzstatus zuerkannt hat. Dieser nutzt ihnen aber momentan nicht viel denn: „Papiere können wir nicht essen.“ Unter den gegebenen Rahmenbedingungen sei Integration nahezu unmöglich. Die Flüchtlinge werden nach sechs Monaten aufgefordert, das „Preintegrations“-Lager Bicske zu verlassen, viele von ihnen landen im Anschluss auf der Strasse. Denn sie werden weder bei der Wohnungssuche unterstützt, noch reicht die geringe finanzielle Unterstützung, um eine Wohnung anzumieten. In Ausnahmefällen kann es eine Verlängerung um weitere sechs Monate geben, die bei extremer Härte auf maximal 18 Monate ausgedehnt werden kann.

Die medizinische Unterstützung ist nicht ausreichend. Da viele Flüchtlinge nach dem Aufenthalt in Bicske obdachlos werden, wird ihnen bald der Zugang zu Gesundheitsversorgung fehlen. Auch steht den Flüchtlingen nach der Entlassung aus Bicske keine psychosoziale Betreuung mehr zur Verfügung. Ihre vielfältigen Traumatisierungen aufgrund von Verfolgung und Flucht zu überwinden, ist jedoch ein jahrelanger Prozess. Das größte Problem sehen sie im fehlenden Zugang zum Arbeitsmarkt. Die europäische Wirtschaftskrise hinterlässt auch in Ungarn ihre Spuren. Kaum ein Flüchtling, der Bicske verlässt findet in Ungarn Arbeit.

Die Forderungen der Flüchtlinge sind verständlich und berechtigt. „Wir brauchen zumindest den Standard von Integration und Unterstützung vom ungarischen Staat, den unsere Verwandten und Freunde, die in anderen Ländern der Europäischen Union leben auch bekommen. Wir wollen uns in diese Gesellschaft integrieren können und nicht isoliert leben.“ So heißt es in ihrer Petition an das ungarische Parlament.

Inzwischen ist die Hoffnung auf Gehör seitens der ungarischen Verantwortlichen gesunken. Die meisten der Protestierenden hatten zwar zumindest einen Aufschub erstreiten können. Sie sollten bis zum 31.März weiter in Bicske geduldet werden. Das akute Problem der Obdachlosigkeit dieser Familien ist damit aber nicht aufgehoben. Aktuell sind 92 der akut räumgsbedrohten Protestierenden noch immer in Bicske. Da sie nicht wissen wohin, weigerten sie sich schlicht, das Lager zu verlassen. Die Situation ist angespannt, viele fürchten sich vor der Zukunft. Erst kürzlich hat Ungarn mit einer Verfassungsänderung die Kriminalisierung von Obdachlosen in die Verfassung eingeschrieben. Einer der Protestierenden: „Wenn wir hier kein Gehör finden, werden wir unsere Probleme wohl auf europäische Ebene bringen müssen.“

Weitere Informationen:

Blog Migráns Solidaritás / Migrant Solidarity Budapest
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Bündnisse, Allianzen, Solidarität – Next kritnet Meeting coming soon!

alliance of struggle Zum vormerken und freihalten: Die 8. Arbeitstagung des “Netzwerkes für Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung [kritnet] findet vom 7.-9 Juni 2013 in Berlin statt.

Das Treffen steht unter dem Titel Bündnisse, Allianzen, Solidarität
. Weiteres zum Programm und dem Prozedere der Anmeldung folgt in Kürze.

Kontaktadresse ist: adresse

Save the date: The 8th Workshopmeeting of the “Network for critical migration- and border studies [kritnet]” will be at the 7th to 9th June 2013 in Berlin.

The subject of the meeting will be confederations, alliances, solidarity. More information concerning the program and the registration will come up here soon.

For further questions, please contact the Emailaddress above.

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Symposium Stadt und Migration in Göttingen


21.-22.03.2013
IM KULTURWISSENSCHAFTLICHEN ZENTRUM DER UNIVERSITÄT GÖTTINGEN
RÄUME 0.602 – 0.604

symposium göKaum ein sozial- und kulturwissenschaftliches Forschungsfeld hat sich in den vergangenen
Jahren so dynamisch entwickelt, wie das der Migrationsforschung.
Nach globalisierungstheoretischen Ansätzen und transnationalen und transkulturellen Konzeptentwicklungen
in den 1990er Jahren werden dabei zunehmend (wieder) lokale Dimensionen
von Migrationsdynamiken sowie ihre urbanen Aspekte und Effekte in den Blick genommen.
Ziel der interdisziplinären Tagung ist es, neuere post-ethnisierende stadt- und
migrationswissenschaftliche Forschungsansätze auf ihren theoretischen Gehalt, ihre
konzeptionelle Innovationskraft und ihre empirischen Stärken und Schwächen hin zu
diskutieren. Als zentrale Referenzpunkte sollen die international virulenten Debatten um
Urban Citizenship und um Postmigration dienen.
Darüber hinaus werden methodische und methodologische Herausforderungen diskutiert
sowie die Erfahrungen bei der Neupositionierung des wissenschaftlichen Feldes im öffentlichen
Diskurs, gegenüber Politiker_innen und im Verhältnis zu Akteur_innen der Zivilgesellschaft.
Schließlich wird es im Rahmen der Tagung auch die Gelegenheit geben, die künstlerisch
gestaltete Ausstellung „Movements of Migration. Neue Perspektiven auf Migration in
Göttingen“ zu besuchen, die auf einem eineinhalbjährlichen Lernforschungsprojekts des
Instituts für Kulturanthropologie basiert (www.movements-of-migration.org).


Organisiert vom Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie der Georg-August Universität Göttingen in
Kooperation mit dem Lehrbereich Stadt- und Regionalsoziologie am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-
Universität zu Berlin sowie dem Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin

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Ausstellung & vielfältige Aktionen in Göttingen

Movements of Migration. Neue Perspektiven auf Migration in Göttingen

Stadt ist Migration – diese Einsicht der Stadtforschung gilt auch für Göttingen, wie die letzten 400 Jahre Göttinger Stadtgeschichte zeigen. Ohne gezielte und aktive Zuzugspolitik der Stadt etwa im 17. Jahrhundert und ohne die verschiedenen Migrationsbewegungen wäre Göttingen heute noch das Dorf, das es ehemals war. Heute haben ca. 18,5 % der Göttinger Stadtbevölkerung einen Migrationshintergrund; sie kommen aus 172 verschiedenen Ländern – und hierbei sind die temporären ausländischen Studierenden oder Menschen ohne Papiere gar nicht mitgezählt. Göttingen stellt somit einen guten bundesdeutschen Durchschnitt in Sachen Einwanderungsrealität dar.
Doch in den offiziellen Darstellungen der Stadt findet diese Realität kaum Beachtung. Vielmehr wird sie von zahlreichen Akteur_innen der Stadtpolitik dethematisiert, ganz nach dem Motto: „Migration? Das höre ich zum ersten Mal!“ Auch ist das Stadtbild stark durch die idyllische Innenstadt, die Universität und eine sehr präsente Mittel- und Oberschicht geprägt; ganze Stadtviertel und Lebenswelten, die ungleich migrantischer sind, fallen hierbei aus dem Blick. Wie kann dies passieren?
Movements of Migration hat sich zum Ziel gesetzt, diese verunsichtbarten Realitäten und verdrängten Geschichten der Migration aufzusuchen, ihre leid- wie freudvollen Wege von Aufbruch und Ankommen sowie vom Ringen um Anerkennung und Teilhabe zu rekonstruieren und sie in der Stadtöffentlichkeit sichtbar zu machen. Dabei interessierte uns sowohl in der Forschung als auch in der künstlerischen Umsetzung zur Ausstellung nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart der Migration und die stadtpolitischen Versuche, sie zu steuern und zu regulieren.

Die Ausstellung
Die Ausstellung, welche in Kooperation zwischen der Universität Göttingen, dem Kunstverein und dem Integrationsrat realisiert wurde, basiert auf einem einjährigen Forschungs- und künstlerischen Umsetzungsprozess. Sie verlässt die klassischen Ausstellungsräume und verbindet in einem Ausstellungsparcours (siehe Karte) den Kunstverein im Künstlerhaus mit weiteren Stationen im Stadtraum. Das Rückgrat der Ausstellung bildet ein digitales Wissensarchiv, welches alle ausgestellten Arbeiten sowie alle verwendeten und recherchierten Materialien enthält und auch via QR-Codes von außerhalb besucht werden kann. Ein breites Veranstaltungsprogramm u.a. in dem Räumen der Ausstellung (siehe Veranstaltungsprogramm) und regelmäßige Führungen laden zu weiteren Möglichkeiten ein, sich Movements of Migration zu nähern.

Das Wissensarchiv
Das digitale Wissensarchiv bildet den zentralen Erinnerungsort der Ausstellung, der alle erforschten Materialien (Texte, Dokumente, O-Töne, Bilder, Sound …) und Umsetzungen enthält, auch jene, die nicht in den Installationen zu hören und zu sehen sind. Es will sie in einem nicht-hierarchisierenden Modus für die weitere Nutzung, Recherche und Ergänzung zugänglich machen. Das digitale Wissensarchiv soll vor allem signalisieren, dass das Lernforschungsprojekt – allein aufgrund der zeitlichen wie personellen Ressourcen – nur als Anfang eines Aufarbeitungsprozesses der Migrations-Geschichten in Göttingen verstanden werden kann, ein Prozess, der auf die Perspektiven und das Mittun der Migration selbst angewiesen ist. Insofern versteht sich das Archiv auch als erinnerungspolitische Aufforderung, endlich die Geschichte der Migration als bedeutsamen Teil der Göttinger Stadtgeschichte zu recherchieren.

Das Gesamtprojekt: Zusammenarbeit zwischen Forschung, Kunst und Aktivismus
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Stellungnahme zur Räumung des Wiener Flüchtlingscamp

viennacampWir verurteilen die brutale Räumung des Flüchtlingscamps an der Wiener Votivkriche in den frühem Morgenstunden des 28. Dezember 2012. Der polizeiliche Angriff auf die Selbstorganisierung der Flüchtlinge in Wien ist nicht nur ein Angriff auf Forderungen nach mehr Demokratie, sondern auch auf die in mehreren Städten entstehende Welle, dass Flüchtlinge innerhalb Europas für die Bewegungsfreiheit einstehen.
Wir unterstützen die Forderung nach der sofortigen Freilassung der Festgenommenen und nach der Anerkennung des selbstorganisierten Kampfes der Migrant_innen und Flüchtlinge um Bleiberecht und uneingeschränkte Bewegungsfreiheit!

Für das Netzwerk Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung [kritnet]
(http://kritnet.org/) zeichnen:

Prof. Dr. Juliane Karakayali, Evangelische Hochschule Berlin
Prof. Dr. Athanasious Marvakis, Aristoteles Universität Thessaloniki
Dr. Vassilis Tsianos, Universität Hamburg
Rainer Wendling, Assoziation A, Verlag
Dr. Serhat Karakayali, Universität Halle
Dorothee Vakalis, Pfarrerin i.R., Thessaloniki
Dr. Gerda Heck, Universität Hamburg
Sophie Goltz, Kuratorin, Berlin
Conni Gunsser, Flüchtlingsrat Hamburg
Sarah Schilliger, Soziologin, Universität Basel, Bleiberechtsbewegung Schweiz
Gerrit Lange, Marburg
Philipp Ratfisch, Café Exil, Hamburg
Brigitta Kuster, Künstlerin, Berlin
Tina Bopp, Bleiberecht Basel, IKSM (Internationale Koalition der Sans-Papiers und der Migrant_innen)
Antonia Heyn, Gruppe gegen Rassismus und für Geflüchtete, Kassel
Hinrich Rosenbrock, Universität Marburg
Miriam Trzeciak
Mathias Rodatz, Goethe-Universität Frankfurt
Lee Hielscher, Göttingen
Angela Melitopoulos
Nanna Heidenreich, HBK Braunschweig / Arsenal – Institut für Film und Videokunst Berlin
Bernd Kasparek, Karawane München & bordermonitoring.eu
Prof. Dr. Annita Kalpaka, Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Thomas Böwing, Hamburg
Aida Ibrahim, Hamburg
Maren Kirchhoff
Till-Jorrit Gerwers
Dr. Stephan Duennwald, Centro de Estudos Africanos Lisboa
Elena Buck, Leipzig
Dr. Silja Klepp, artec | Forschungszentrum Nachhaltigkeit Universität Bremen
Prof. Dr. Helen Schwenken, Universität Kassel
Dr. Karin Scherschel, Friedrich-Schiller Universität Jena
Prof. Dr. Susanne Spindler, Hochschule Darmstadt
Harald Bauder, Ph.D., Academic Director, Ryerson Centre for Immigration & Settlement (RCIS)
Prof. Dr. Stefanie Kron, Universität Wien

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Solidarität mit dem Flüchtlingsstreik! Raus zur Demo am 13.10. in Berlin!

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Kritnet unterstützt den Protestmarsch der Flüchtlinge.
Wir rufen auf zur Beteiligung an der bundesweiten Demonstration am 13.10. ab 15 Uhr auf dem Berliner Oranienplatz. Außerdem rufen wir alle solidarischen Leute auf, zum Protestcamp auf dem O-Platz zu kommen. Wer nicht in Berlin ist, sei außerdem aufgerufen, die Aktionen der Flüchtlinge per Spende zu unterstützen!

Hintergrund

Flüchtlinge aus ganz Deutschland haben sich nach dem Selbstmord des Iraners Mohammad Rahsepar, der u.a. durch die katastrophalen Zustände in deutschen Flüchtlingsunterkünften begründet wird, dazu entschlossen gemeinsam gegen diese Zustände und Gesetze zu protestieren. Dabei verstoßen sie ganz bewusst gegen die Residenzpflicht. Diese zwingt sie zum ständigen Aufenthalt in dem Landkreis in welchem sie leben. Dieser Protest gegen die rassistischen Praktiken des deutschen Staates ist gleichzeitig ein Aufbegehren gegen den langsamen Tod in deutschen Lagern und die Abschottung der EU nach außen. Das grenzüberschreitende Netzwerk kritische Migrations- und Grenzregimeforschung – kritnet- unterstützt die Proteste der Flüchtlinge.

Spendet für den Streik:
Bankverbindung: Förderverein Karawane e.V. | GLS Gemeinschaftsbank eG | Stichwort: Protestmarsch Berlin | Kontonummer: 4030780800 | Bankleitzahl: 43060967
IBAN: DE28430609674030780800
BIC: GENODEM1GLS

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Public Events at the Symposium

You are invited to join the public Events of the 8th Kritnet Symposium in Kassel

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Symposium starting today

The 8th kritnet Symposium will start this afternoon at the university of Kassel.
The “kritnet-ABC” starting at 4pm at the “Aquarium” (Arnold-von-Bode Straße 4-6).
The registration will be open at 5 pm during the whole evening and is located at the K19 Culture Center.
The registration on saturday will be located at the “Aquarium”

You find a map with all important location here.
An information dossier can be downloaded here.

In case you have problems to find the venue or there are troubles with your journey to Kassel you can call the Orgateam: 0049-(0)151-6350 3973

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Registrate for the kritnet Symposium!

The kritnet symposium will start on friday this week. If you are interested to partizipate in the symposium you can still registrate! We can provide some last beds in the hostel as well.

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Anmeldung weiterhin möglich – Registration still open

Die Anmeldung für das kritnet Symposium ist weiterhin über das Anmeldeformular möglich. Wir können auch noch einige Betten im Hostel bieten. Also jetzt schnellstens anmelden!

The registration for the kritnet symposium is still open. Some beds in the hostel are available as well. So registrate just now!

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